Für jede Situa­ti­on hat David den pas­sen­den Witz, mit dem er die strei­ten­den Män­ner im Hand­um­dre­hen ver­söhnt. Es ist eine Run­de von Exil­ju­den, die sich auf­ge­macht hat zurück ins Nach­kriegs­deutsch­land, um etwas Geld zu ver­die­nen zur Ver­wirk­li­chung der wah­ren Träu­me, die dann in Isra­el, den USA, Kana­da oder Aus­tra­li­en aus­ge­lebt wer­den sol­len. Aber die Geschäf­te lau­fen gut, das Wirt­schafts­wun­der ver­schafft jedem, der sich anstrengt, einen gerech­ten und gott­ge­fäl­li­gen Gewinn, und so ver­ge­hen die Jah­re und fin­det das Leben statt, wäh­rend die Män­ner ihre Träu­me pla­nen. Michel Berg­mann erzählt die ver­wor­re­nen Lebens­ge­schich­ten, Sprü­che und Wider­sprü­che so lapi­dar wie komisch und mit einer Leich­tig­keit, die bei­na­he zu behaup­ten scheint, man kön­ne sich den gan­zen bit­te­ren Hin­ter­grund die­ser Bio­gra­fi­en wenigs­tens für kur­ze Zeit ein­mal weg­den­ken und sich dar­über amü­sie­ren, wie im Schwarz­wald ein Kib­buz miss­glückt, weil ent­ge­gen land­läu­fi­gem Vor­ur­teil die zio­nis­ti­sche Idee bei Wei­tem nicht stark genug ist, Freund­schaf­ten zu stif­ten, wo kein Inter­es­se sie ver­langt. Ein schel­misch ver­gnüg­li­cher Roman.  Hel­mut Mau­róSZ vom 07.05.2013